Johannes Waldmann
Johannes Waldmann
Mein Name ist Johannes Waldmann. Ich komme aus Davensberg im Münsterland und arbeite als Hauptschullehrer. Mir ist wichtig, dass wir die Zukunftschancen für alle Jugendlichen verbessern. Dafür setze ich mich seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik ein und deshalb bewerbe ich mich um ein Bundestagsmandat.

Ungleichheit in Schulen jetzt bekämpfen

Die Corona-Krise zeigt besonders stark, welche Ungerechtigkeiten wir in unseren Schulen noch immer haben. Die Schulschließungen hatten und haben riesige Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler, die Familien und Beschäftigten in den Schulen.

In diesem Blogartikel erkläre ich, warum es wichtig ist, die Ungleichheit in Schulen gerade jetzt zu bekämpfen und wie wir so die Zukunftschancen aller Jugendlichen verbessern.

Corona Krise verstärkt Ungleichheit

Am Ende der diesjährigen Osterferien befinden wir uns schon seit fünf Wochen im absoluten Ausnahmezustand. Eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen ist in vielen Bereichen beschlossen. Gesellschaftliche Missstände werden nun wie durch eine Lupe deutlicher sichtbar. Dies gilt insbesondere auch für die ungleiche Chancenverteilung in unseren Schulen. Viele Schülerinnen und Schüler hatten bereits vor den Schulschließungen erheblich schlechtere Bildungschancen aufgrund ihrer Herkunft. Diese haben sich durch die Corona Krise nochmal vergrößert.

Ursachen für ungleiche Bildungschancen

Die Ursachen, warum Kinder und Jugendliche in Schulen ungleiche Zukunftschancen haben, sind vielfältig. So ist es oft ein Nachteil, wenn die Familiensprache nicht Deutsch ist oder zu Hause keine lernförderlichen Strukturen gegeben sind, weil sich beispielsweise mehrere Kinder ein Zimmer teilen müssen.

In der Zeit der Schulschließung ist zudem die Ausstattung mit digitalen Endgeräten (Laptop, Tablets, Handy) oft in ärmeren Familien ein großes Problem und somit eine starke Benachteiligung für das Lernen. Zudem haben viele Familien durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona Krise Existenz- und Zukunftsängste. Es ist klar, dass sich diese Ängste der Eltern auch auf die Kinder und Jugendlichen übertragen und sich bei ihnen dementsprechend auswirken.

Abschlussprüfungen sind im Moment ungerecht

Ich halte in der jetzigen Situation Abschlussprüfungen für extrem ungerecht, weil die Vorbereitungszeit für viele Schülerinnen und Schüler durch die Corona-Schutzmaßnahmen erschwert wird. Insbesondere bei Jugendlichen aus ärmeren Familien und dort wo die Eltern nicht als “Ersatzlehrer” einspringen können entstehen sehr ungleiche Chancen in der Bewältigung einer Prüfungssituation. Deshalb sollte ein Abschluss anhand der bereits erbrachten Leistungen durch die Ermittlung des Durchschnitts vergeben werden.

Keine Klassenwiederholung, dafür zusätzliche Förderangebote

Durch die anhaltenden Schulschließungen ist es Schülerinnen und Schülern nicht möglich, sich in schwachen Fächern zu verbessern. Deshalb sollten in diesem Schuljahr alle Kinder und Jugendlichen in die nächste Jahrgangsstufe versetzt werden.

Die aufkommende Forderung, dass schwächere Schüler das “Corona-Jahr” freiwillig wiederholen könnten ist vor dem Hintergrund ungleicher familiärer Bedingungen grundfalsch. Vielmehr müssen im Schuljahr 2020/2021 zusätzliche Förder- und Unterstützungsmaßnahmen angeboten werden, damit insbesondere Schülerinnen und Schüler mit schlechteren Startchancen einen fairen Ausgleich erhalten.

Digitale Ausstattung verbessern

Die vergangenen Wochen haben einen regelrechten Schub für digitale Lernformen gebracht. Gleichzeitig wurden vielerorts auch große Mängel in der bestehenden Ausstattung offengelegt. Deshalb müssen die Mittel des Digitalpakts Schule zukünftig verstetigt werden, damit die Lehre an Schulen verbessert wird.

Auch muss die Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten (Laptop oder Tablet) sichergestellt werden. Dies kann durch Leihgeräte der Schule oder Anpassungen im Sozialgesetzbuch (Mehrbedarf “Digitale Ausstattung”) sichergestellt werden.

Schulträger unterstützen

In Nordrhein-Westfalen sind die Kommunen für die Räume und Ausstattung der Schulen verantwortlich. Deshalb braucht es in den nächsten Jahren umfassende Investitionsprogramme durch Land und Bund.

Ein erster Schritt muss durch das Land NRW erbracht werden, indem ein Anschluss an das erfolgreiche Programm “Gute Schule 2020” sichergestellt wird. Ich halte ein Programm “Gute Schule 2025” mit einem Umfang von mindestens 2,5 Mrd. Euro für den richtigen Schritt.

Auch müssen die Schulträger kurzfristig bei der Beschaffung von Desinfektionsmitteln und höheren Reinigungsintervallen unterstützt werden.

Erfahrungen erfassen und zukünftig berücksichtigen

Die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Familien und Beschäftigte in den Schulen haben in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Erfahrungen gemacht. Oft haben sie Kreativität und Innovationskraft bewiesen.

Diese Erfahrungen und neuen Ideen müssen deshalb auf allen Ebenen systematisch erfasst werden, damit diese in zukünftigen Planungen auch Berücksichtigung finden können. Deshalb müssen sich alle politischen Gremien umfassende Informationen von den Betroffenen einholen und in den nächsten Haushaltsplanungen berücksichtigen.

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